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vom 10. Januar 2006

Rollstuhlfahrer als «Sicherheitsrisiko»

Im Mövenpick Palavrion wurde ein junger Rollstuhlfahrer aus dem Barbereich weggewiesen – aus «Sicherheitsgründen». Er fühlt sich diskriminiert.

Zusammen mit Kollegen wollte Rolf Acklin (26) am Freitag im Mövenpick Palavrion in Zürich den Geburtstag eines Freundes feiern. Doch nach zwei Stunden war die Party plötzlich vorbei: Ein Security-Angestellter forderte den Rollstuhlfahrer gegen 23 Uhr in bestimmtem Ton auf, seinen Platz zu räumen und sich an eine Stelle beim Eingang zu begeben. Die Begründung: Weil immer mehr Gäste in die Bar drängen würden, stelle er ein «Sicherheitsrisiko» dar.

«Als ich entgegnete, ich könne gut selber aufpassen, rollte mich der Security-Mann kurzerhand dorthin, wo er mich platzieren wollte», ärgert sich der 26-Jährige, der vor acht Jahren einen Motorradunfall erlitt. «Das empfand ich als Übergriff. Seit ich im Rollstuhl sitze, habe ich mich noch nie so diskriminiert gefühlt.» Wütend verliess er mit seinen Begleitern das Lokal.

Mövenpick-Sprecherin Florence Mayor bestätigt den Vorfall, bestreitet aber, dass man den Rollstuhlfahrer habe diskriminieren wollen. «Es ist bedauerlich, dass wir uns mit ihm nicht auf eine Lösung einigen konnten.»

Marco Lüssi